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Zitate und Gedichte

Re: Zitate und Gedichte
Mein schönstes Gedicht

Mein schönstes Gedicht ?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.

Mascha Kaléko

Scout
Member
1005 Beiträge
gepostet am 21.05.2015 um 19:24 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
Liebenswürdig sein heißt,
vorsichtig an einem Herzen anklopfen…

(Elmar Kupke)

Ahab
Member
76 Beiträge
gepostet am 24.05.2015 um 00:24 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
Leben einzeln und frei
wie ein Baum und dabei
brüderlich wie ein Wald,
das ist unsere Sehnsucht

Yaşamak bir ağaç gibi
tek ve hür ve bir orman gibi
kardeşçesine,
bu hasret bizim

Nâzım Hikmet

Scout
Member
1005 Beiträge
gepostet am 24.05.2015 um 10:58 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
Sich finden

Wie schön das klingt "Sich finden", richtig nach Erfüllung. Und was da alles mitklingt: "Suchet, so werdet ihr finden. Klopfet an, so wird euch aufgetan." Und so weiter.

Aber wie ist es wirklich für den, der sucht? Er findet sich. Ja, er findet sich, er findet sich immer wieder und wieder und wieder, auch wenn er einmal rasten möchte, auch wenn er endlich aufhören oder auch nur unterbrechen möchte. Und wie er sich findet? Meistens in Stücken oder in Bruchstücken oder in zerbröckelnden Stücken, oder in Stücken, die sich faulig zersetzen oder doch so aussehen, als werde die Zersetzung gleich anfangen.

Und wenn er sich ganz findet, dann weiß er nicht mehr, wer er ist, er oder das, was er da gefunden hat. Und was heißt ganz? Ganz, aber tot. Ganz, aber in einem Zustand der Dumpfheit, aus dem der Gefundene nicht zu erwecken ist. Ganz aber ganz zum Tier geworden, oder zu etwas Ärgerem, denn wenn wir sagen "tierisch", tun wir den Tieren damit Unrecht. Ganz, und vielleicht sogar auch ganz bei Sinnen, aber bei Sinnen, die keinen Sinn mehr finden können, oder vielleicht nur den Sinn noch nicht finden können, aber was hilft das? Wenn man vergeht, ehe man ihn finden konnte, dann war es fast ganz, als hätte man ihn nicht mehr finden können. Und das ärgste ist, dass man, wenn man erst angefangen hat zu suchen, nicht mehr aufhören kann, auch nicht, wenn man längst weiß, dass die Worte "Suchet, so werdet ihr finden" eigentlich eine Warnung waren oder gewesen sein könnten...

(Erich Fried)

Ahab
Member
76 Beiträge
gepostet am 25.05.2015 um 00:29 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
Now's the time

Now's the time
To love and to love now or never
Now's the time
Be young now as long as you're young
Now's the time
For luck doesn't call you forever
Now's the time
They say
Do to-day
What can't be put off till to-morrow
So gay is May
November may be full of sorrow
Life ist great
Why wait
There's no better time than the present
Let's live lets love
There's no better moment then now

Mascha Kaléko

Scout
Member
1005 Beiträge
gepostet am 25.05.2015 um 16:49 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
Für Einen

Die Andern sind das weite Meer.
Du aber bist der Hafen.
So glaube mir: kannst ruhig schlafen,
Ich steure immer wieder her.

Denn all die Stürme, die mich trafen,
Sie ließen meine Segel leer.
Die Andern sind das bunte Meer,
Du aber bist der Hafen,

Du bist der Leuchtturm. Letztes Ziel.
Kannst Liebster, ruhig schlafen.
Die Andern ... das ist Wellenspiel,

Du aber bist der Hafen.


Mascha Kaléko


Scout
Member
1005 Beiträge
gepostet am 26.05.2015 um 21:53 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
Das Eisenbahngleichnis

Wir fahren alle im gleichen Zug
und reisen quer durch die Zeit.
Wir seh’n hinaus, wir sah’n genug,
wir fahren alle im gleichen Zug
und keiner weiß wie weit.

Ein Nachbar schläft, ein anderer klagt,
ein dritter redet viel.
Stationen werden angesagt,
der Zug der durch die Jahre jagt,
er kommt niemals an sein Ziel.

Wir packen aus, wir packen ein,
wir finden keinen Sinn.
Wo werden wir wohl morgen sein?
Der Schaffner schaut zur Tür hinein,
und er lächelt still vor sich hin.

Auch er weiß nicht, wohin er will,
er schweigt und geht hinaus.
Da heult die Zugsirene schrill,
der Zug fährt langsam und er hält still,
und die Toten steigen aus.

Ein Kind steigt aus, die Mutter schreit,
die Toten stehen stumm.
Am Bahnsteig der Vergangenheit,
der Zug fährt weiter, er jagt durch die Zeit,
und niemand weiß warum.

Wir fahren alle im gleichen Zug
in Gegenwart in Spe.
Wir seh’n hinaus, wir sah’n genug,
wir fahren alle im gleichen Zug,
und Viele im falschen Coupé.

(Erich Kästner)

Black_Senses
Member
1033 Beiträge
gepostet am 21.10.2015 um 13:19 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
entschuldigt bitte ... das war das erste Gedicht, was ich jemals geschrieben habe für einen ganz besonderen menschen aus meinem leben... es ist vielleicht noch ein bisschen verbesserungswürdig :)

Sehnsucht

Nachts bin ich allein,
Will in meinen träumen bei dir sein,
Will dich spüren, will dich berühren,

Doch ich kann nicht.

Ich sehe hinauf zu Himmelszelt,
Die Sterne lachen mich an, sie funkeln wie deine Augen.
Ich sehe sie mir an und frage mich wann wir uns wieder sehen.
Denn ich kann meinen weg nicht mehr ohne dich gehen.

NightEquester
Member
10 Beiträge
gepostet am 09.08.2017 um 14:49 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
Das Unerwartete zu erwarten, verrät einen durchaus modernen Geist .

Oscar Wilde

Saphira_50
Member
1925 Beiträge
gepostet am 01.02.2018 um 03:12 Uhr
RE: Zitate und Gedichte
“Man hatte vor tausend Dingen Angst,
vor Schmerzen, vor Richtern, 
vor dem eigenen Herzen, 
man hatte Angst vor dem Schlaf, 
Angst vor dem Erwachen, vor dem Alleinsein, vor der Kälte, vor dem Wahnsinn, 
Vor dem Tode – namentlich vor ihm, vor dem Tode. 
Aber all das waren nur Masken und Verkleidungen. In Wirklichkeit gab es nur eines, vor dem man Angst hatte: 
das Sichfallenlassen, den Schritt in das Ungewisse hinaus, den kleinen Schritt hinweg über all die Versicherungen, die es gab. 
Und wer sich einmal, nur ein einziges Mal hingegeben hatte, wer einmal das große Vertrauen geübt und sich dem Schicksal anvertraut hatte, der war befreit. 
Er gehorchte nicht mehr den Erdgesetzen, er war in den Weltraum gefallen und schwang im Reigen der Gestirne mit.”

Hermann Hesse

Liberta
Member
3 Beiträge
gepostet am 18.08.2021 um 15:03 Uhr