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Zitate und Gedichte

Re: Zitate und Gedichte
Noch eins!



Der Radwechsel


Ich sitze am Straßenrand
Der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
Mit Ungeduld?

Bertold Brecht

Scout
Member
1005 Beiträge
gepostet am 12.05.2015 um 22:15 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
"Das Lied vom achten Elefanten"

1.Sieben Elefanten hatte Herr Dschin
Und da war dann noch der achte
Sieben waren wild und der achte war zahm
Und der achte war's, der sie bewachte
Herr Dschin hat einen Wald
Der muß vor Nacht gerodet sein
Und Nacht ist jetzt schon bald !

2.Sieben Elefanten roden den Wald
Und Herr Dschin ritt hoch auf dem achten
All den Tag Nummer ach stand faul auf der Wacht
Und sah zu, was sie hinter sich brachten .
Grabt schneller!
Herr Dschin hat einen Wald
Der muß vor Nacht gerodet sein
Und Nacht ist jetzt schon bald !

3.Sieben Elefanten wollen nicht mehr
Hatten satt das Bäumeabschlachten.
Herr Dschin war nervös. auf die sieben war er bös
Und gab ein Schaff Reis dem achten
Was soll das?
Herr Dschin hat einen Wald
Der muß vor Nacht gerodet sein
Und Nacht ist jetzt schon bald !

4.Sieben Elefanten hatten keinen Zahn
Seinen Zahn hatte nur noch der Achte
Und Nummer acht war vorhanden. schlug die sieben zuschanden
Und Herr Dschin stand da hinten und lachte.
Grabt weiter
Herr Dschin hat einen Wald
Der muß vor Nacht gerodet sein
Und Nacht ist jetzt schon bald !

aus: Der gute Mensch von Sezuan von Bertold Brecht

Scout
Member
1005 Beiträge
gepostet am 13.05.2015 um 09:35 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
Dieses Zitat von Damaris Wieser spricht mir aus der Seele. Es ist einfach so, wie es ist. Ich finde, es sollten sich mehr Menschen mal richtig mit sich selbst beschäftigen, denn dadurch würde man nicht nur sich selbst sondern auch die Anderen besser verstehen, kennen und erkennen.


Warum sehen alle Menschen Melancholie als etwas Schlechtes an? Für mich ist es intensive Zeit, die ich ganz allein mit mir und meiner Seele verbringe.

PsYcH0sE
Member
238 Beiträge
gepostet am 14.05.2015 um 16:39 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
Melancholie ist das Vergnügen, traurig zu sein.

Victor Hugo

Scout
Member
1005 Beiträge
gepostet am 14.05.2015 um 16:53 Uhr
Re: Zitate und Gedichte

Es ist ein trauriges Gedicht, aber auch ein schönes Gedicht:



Der Kapitän


O Kapitän, mein Kapitän! Die grause Fahrt ist aus,

Dein Schiff hielt jedes Wetter aus und trägt den Preis nach Haus,

Die Glocken dort im nahen Port, sie läuten dir vom Turm,

Die Menge jauchzt und folgt dem Kiel, der grimmig fest im Sturm.

Doch o Herz, Herz, Herz!

O Tropfen blutigrot!

Wo auf dem Deck mein Kapitän

Gefallen, kalt und tot.


O Kapitän, mein Kapitän, steh auf! Die Glocken dröhnen,

Das Fahnenschwenken gilt ja dir, für dich die Hörner tönen,

Kränze und Blumen sind für dich, am Ufer harrt die Menge,

Man späht und horcht und ruft nach dir in wogendem Gedränge.

Auf! Führer, lieber Vater!

Dein Haupt auf meinen Arm,

Es ist ein Traum, du bist nicht tot,

Du bist noch stark und warm.


Mein Kapitän gibt Antwort nicht, sein Mund ist bleich und stille,

Mein Vater fühlt nicht meinen Arm, ihm ruhen Puls und Wille;

Das Schiff geborgen, ankerfest, denn seine Fahrt ist aus,

Trotz Not und Riff das Siegerschiff kehrt mit Gewinn nach Haus.

Ihr Ufer jauchzt, ihr Glocken dröhnt –

Doch ich, in stiller Not,

Geh noch auf Deck, wo mein Kapitän

Gefallen, kalt und tot.


Walt Whitman

Scout
Member
1005 Beiträge
gepostet am 15.05.2015 um 17:24 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
The Road not Taken
Robert Frost

Two roads diverged in a yellow wood
and sorry I could not travel both
And be one traveller, long I stood
and looked down one as far as I could
to where it bent in the undergrowth;

Then took the other, as just as fair,
and having perhaps the better claim
because it was grassy and wanted wear;
though as for that, the passing there
had worn them really about the same,

And both that morning equally lay
in leaves no feet had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.

I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I --
I took the one less travelled by,
and that has made all the difference


hab ne Übersetzung gegoogelt - die hat leider Probleme mit den Zeichen...
oder auch: Quelle leider schrottig gecoded...

Der nicht gegangene Weg

Zwei Wege trennten sich im fahlen Wald
und, weil ich nicht auf beiden konnte gehn
und einer bleiben, macht' ich lange Halt
und schaute auf des einen Wegs Gestalt,
soweit ich durch die B�sche konnte sehn.

Ging dann den andern - der, genauso sch�n,
den gr��er'n Anspruch hatte auf Gebrauch,
denn Gras wuchs drauf und brauchte Dr�bergehn -
obgleich die Wand'rer, mu� ich schon gestehn,
gebrauchten einen wie den andern auch.

Sie lagen vor mir, beide gleich, zuhauf
mit Bl�ttern, die kein Tritt noch aufgest�rt.
Ich hob mir einen Weg f�r sp�ter auf!
Doch Wege f�hr'n zu and'rer Wege Lauf:
Ich wußte wohl, da� keiner wiederkehrt.

Und seufzend werd' ich einmal sicherlich
es dort erz�hlen, wo die Zeit verweht:
Zwei Waldeswege trennten sich und ich -
ich ging und w�hlt' den stilleren f�r mich -
und das hat all mein Leben umgedreht.

nerienna
Member
555 Beiträge
gepostet am 15.05.2015 um 21:03 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
Hach, "The road not taken"... Eins meiner absoluten Lieblingsgedichte! amor

Ahab
Member
76 Beiträge
gepostet am 16.05.2015 um 00:33 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
If tomorrow starts without me, and I’m not here to see,
If the sun should rise you find your eyes all filled with tears for me;
I wish so much you wouldn’t cry the way you did today,
While thinking of the many things we didn’t get to say.
I know how much you love me, as much as I love you
And each time that you think of me, I know you’ll miss me too.
But when tomorrow starts without me please try to understand,
That an angel came and called my name and took me by the hand.
He said my place was ready, in heaven far above
And that I’d have to leave behind all those I dearly love.
But as I turned and walked away a tear fell from my eye.
For all my life I’d always thought, I didn’t want to die.
I had so much to live for, so much left yet to do.
It seemed almost impossible that I was leaving you.
I thought of all the yesterdays the good ones and the bad.
I thought of all the love we shared, and all the fun we had.
If I could relive yesterday, just even for a while,
I’d say goodbye and kiss you and maybe see you smile.
But then I fully realized that this could never be,
For emptiness and memories would take the place of me.
When I thought of worldly things I might miss come tomorrow
I thought of you and when I did my heart was filled with sorrow.
When I walked through heavens gates I felt so much at home.
God looked down and smiled at me from his great golden throne
He said, “This is eternity and all I’ve promised you”
Today your life on earth has passed but here life starts anew.
I promise no tomorrow, but today will always last
And since each day is the same there’s no longing for the past.
You have been so faithful so trusting and so true.
Though there were times you did some things you knew you shouldn’t do.
You have been forgiven and now at last you’re free.
So won’t you come and take my hand and share my life with me?
So when tomorrow starts with out me don’t think we’re far apart,
For every time you think of me, I’m right here in your heart.

(unbekannt)

Dazu noch am besten folgendes:
https://www.youtube.com/watch?v=3JyHELDF_ug

Ahab
Member
76 Beiträge
gepostet am 17.05.2015 um 00:30 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
Eine klare Mitternacht

Dies ist deine Stunde, o Seele, dein Flug fort von Worten,
Fort von Büchern und der Kunst, der Tag ist erloschen,
Nun steigst du empor und schaust deine geliebten Bilder:
Nacht, Schlaf und die Sterne.



A Clear Midnight

This is thy hour O Soul, thy free flight into the wordless,
Away from books, away from art, the day erased, the lesson done,
Thee fully forth emerging, silent, gazing, pondering the themes thou lovest best.
Night, sleep, and the stars.

Walt Whitman

Scout
Member
1005 Beiträge
gepostet am 18.05.2015 um 11:08 Uhr
Re: Zitate und Gedichte
Einschlafen dürfen, wenn man müde ist,
und eine Last fallen lassen dürfen,
die man lange getragen hat,
das ist eine köstliche,
eine wunderbare Sache.

(Hermann Hesse)

Ahab
Member
76 Beiträge
gepostet am 21.05.2015 um 01:00 Uhr